Editionen für das Kunstmuseum, Kestnergesellschaft / Paper Fine Art

Zeitgenössisch, international und vielfältig: Die Kestner Gesellschaft zählt zu den größten deutschen Kunstvereinen. Seit über 100 Jahren verfolgen wir das Ziel, aktuelle, internationale Kunst nach Hannover zu bringen. Dabei werden die Hallen des ehemaligen Goseriede-Schwimmbads mit Gruppen- und Einzelausstellungen regelmäßig neu gestaltet. Wir haben die nationale Kunstszene mit bisher über 700 Ausstellungen geprägt und führen dies auch in Zukunft weiter fort.Gründung 1916 und erste Jahre

 

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Die Gesellschaft wurde am 31. August 1916 in den wirtschaftlich schwierigen Jahren des Ersten Weltkriegs gegründet.[1] Zu den Gründungsmitgliedern gehörte der Sanitätsrat und Kunstliebhaber Leo Catzenstein.[2] Die Gründung erfolgte zusammen mit der Hannoverschen Sezession zur Belebung des Kunstlebens. Gründungsanlass war das als „stocksteif“ kritisierte kulturelle Klima der Provinzstadt Hannover, in welcher der Stadtdirektor unabhängige Ausstellungsmöglichkeiten, insbesondere für zeitgenössische Kunst, verhinderte. Daraufhin hatten der Direktor des Kestner-Museums und Direktor der Städtischen Galerie Brinckmann in Gemeinschaft mit dem Maler und Direktor der Kunstgewerbeschule Wilhelm von Debschitz beschlossen, einen neuen Verein ins Leben zu rufen. Das Anliegen war, international wichtige Künstler mit ihren aktuellen Werken nach Hannover zu holen. Der erste Direktor der Räume in der Königstraße war Paul Erich Küppers (1890–1922).[3] Zu den Gründern gehörten neben dem Fabrikanten Hermann Bahlsen und dem Verleger August Madsack auch der Inhaber der Pelikanwerke Fritz Beindorff. In der ersten Ausstellung wurden neue Bilder von Max Liebermann gezeigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg stellte die Schauburg ihre Bühne zwischen Dezember 1919 und April 1920 der Kestnergesellschaft „für einige mutige Theater-Experimente zur Verfügung“.[4][5] Unter Eckart von Sydow, dem zweiten Direktor nach Küppers frühem Tod, erhielt El Lissitzky im Jahr 1923 eine erste Ausstellung und den Auftrag, eine Mappe mit Lithografien als Jahresgabe für die Mitglieder zu entwerfen. Es entstand die sogenannte Proun-Mappe. Im selben Jahr wurden noch fünf weitere Mappen von Karl Schmidt-RottluffMax KausMartel SchwichtenbergWilly Robert Huth und László Moholy-Nagy aufgelegt.[6] Der Verein hatte unter der Leitung von Alexander Dorner und Justus Bier seine Blüte als Wegbereiter zur modernen Kunst.